Denkmal 1813

Denkmal 1813

Die Inschrift des Denkmals

Zur Erinnerung an die Befreiungskriege vor hundert Jahren und an das 25 jaehr. Regierungsjubilaeum SR. Maj. Kaiser Wilhelm II. errichtet vom Krieger u. Militärverein Kapellendorf an seiner 25 jaehr. Jubelfeier am 6. Juni 1913

Den Vaetern zum Danke den Soehnen zur Nacheifferung.

Aus der "Ortschronik von Capellendorf"

Aus dem Jahr 1913

Der hiesige Krieger- und Militärverein erbaute zur Erinnerung an die Befreiungskriege vor hundert Jahren, sowie zur Erinnerung an das fünfundzwanzig jährige Regierungsjubiläum Seiner Majestät des deutschen Kaisers Wilhelm der Zweite ein Denkmal. Am 8.Juni fand die feierliche Einweihung des Denkmals statt. Für die Feier hatte der Ort sinnigen Schmuck angelegt. Girlanden und Kranze schmückten die Hauser. Fichten zierten die Seiten der Hauptstrasse.

Ehrerpforten an den Eingängen des Dorfes, flatternde Fahnen riefen den einziehenden Gästen den WilIkomrnensgruss zu.

Wie im Jahre 1907 die Einweihung des zur Erinnerung an die gefallenen Krieger von 1806 erbauten Denkmals auf dem Sperlingsberge unter unvergleichlich schöner Witterung ihren Verlauf nahm, so war auch diese Feier von der Witterung begünstigt. Von nah und fern waren Festteilnehmer herbeigeströmt.

Von 11 Uhr an zogen von allen Himmelsrichtungen her Krieger und Militärvereine, vor Vorreitern und Deputierten empfangen, unter den Klängen der Militärkapelle Jena in das Dorf ein. Nach 2 Uhr ordnete sich der Festzug, man zählte 16 Fahnen. Nachdem der Zug an dem Festplatz angelangt war, hielt der Vorsitzende des Krieger- und Militärvereins Kapellendorf, Herr Hermann Henschel, die eigentliche Seele des Denkmalsbaus, eine Ansprache. Er begrüsste die Erschienenen, insbesondere die zahlreich vertretenen Krieger- und Militärvereine und schloss seine Ansprache mit einem Hoch auf Seine Majestät Kaiser Wilhelm der Zweite. Nachdem das Lied "Heil dir im Siegerkranz" verklungen war, betrat in Vertretung des erkrankten Ortspfarrers dessen Bruder Diaconus M. Kirchner aus Saalfeld die Stufen des Denkmals.

Der Redner führte aus, dass nur der Geist des Idealismus, wie er in dem Zeitalter der Befreiungskriege in herrlicher Flamme empor loderte, der Sinn echter Liebe zum Vaterland, der Begeisterung und Opferfreudigkeit, deutscher Treue, deutschen Glaubens, unserem Volke auf die Dauer eine gedeihliche, kraftvolle Entwicklung zu verbürgen vermöge. Möge dieses Denkmal dazu beifragen, in uns und künftigen Geschlechtern diesen Geist lebendig zu machen.

Der Festredner übergab das Denkmal, das in seinem Entwurf eine Schöpfung des Herrn Lehrers Paul Ulrich - Kapellendorf, in seiner Ausführung ein Werk des Bauunternehmers Matthey ist, seiner Bestimmung, in dem er auf die Inschrift am Denkmal Bezug nahm: ?Den Vätern zum Dank, den Sühnen zur Nacheiferung". Hierauf erfolgte die Überreichung verschiedener Ehrengaben durch Frau Handwerk, Fräulein Matthey und eine Abgeordnete der Schuljugend.

Im Namen der auswärtigen Kriegervereine sprach der Vorsitzende des Gruppenvorstandes Weimar.

Nachdem die feierliche Einweihung des Denkmals vollzogen war, entwickelte sich ein reges Leben und Treiben auf dem Festplatz, das seine Fortsetzung auf den Sälen beider Gasthöfe fand, wo die Jenaer Militärkapelle zum Ball aufspielte.