Positive Aussichten nach schwierigen Jahren

Positive Aussichten nach schwierigen Jahren

Freiwillige Feuerwehr Kapellendorf zieht zur Jahreshauptversammlung ein Resümee

Mit einem durchweg positiven Gefühl startet die Freiwillige Feuerwehr Kapellendorf ins neue Jahr. Am Samstag zur Jahreshauptversammlung konnte man dies augenscheinlich nicht nur an den nagelneuen Ausgehuniformen erahnen. Seit 2015 Jochen Schmidt altersbedingt sein Amt als Wehrchef niedergelegt hatte, fand sich bis zum heutigen Tag kein Nachfolger für den Posten. Per Gesetz hält seither Bürgermeister Jürgen Elstermann als amtierender Ortsbrandmeister die Fäden in der Hand. Ein Zustand, den sich weder Elstermann wünscht, noch soll es ein Dauerzustand werden.

Es kommt nicht auf die Anzahl der Einsätze an

Auch wenn Elstermann mittlerweile seine Truppmann-Ausbildung absolviert hat, ist er stets auf der Suche nach einer adäquaten Lösung. Die scheint nun in greifbare Nähe zu rücken. Denn mit den Kameraden Marcel Kahle und Matthias Bergter haben sich zwei aus den eigenen Reihen bereit erklärt, ab November diesen Jahres den Lehrgang zum Gruppenführer zu absolvieren. Obwohl diese Ausbildung rein formell noch nicht zum Wehrleiter berechtigt, ist sie doch eine Grundlage. Und mit einer entsprechende Ausnahmegenehmigung dürften die Kameraden in diesem Fall trotzdem die Wehrleitung übernehmen und den derzeit 14 Aktiven wieder zu einem Chef samt Stellvertreter verhelfen.

Kreisbrandinspektor Steffen Schirmer, der am Samstag Gast der Versammlung war, sicherte den Kapellendorfern seine volle Unterstützung zu. Darauf konnte sich auch Elstermann in den vergangenen Jahren stets verlassen, wenn es um die eine oder andere Formalie ging.

Neben seinem Dank sprach Schirmer den Kameraden auch Mut zu: „Selbst wenn ihr 2018 in Kapellendorf, mit einer Tierrettung und einer Alarmierung wegen Rauchentwicklung im Dorf, nur zwei Einsätze verzeichnet habt, mindert dies nicht eure wertvolle Arbeit im Ehrenamt und vor allem das Sicherheitsgefühl, dass ihr den Menschen vor Ort vermittelt.“

Das man nun seit über einem Jahr wieder eine gewisse Kontinuität in der Truppe hat, liegt laut Elstermann, unter anderem an dem neu aufgestellten Ausbildungsplan. Vierzig Stunden in Theorie und Praxis gibt dieser jedem Kameraden vor. Für ein Ehrenamt ein beachtlicher Zeitfaktor, der mit Familie und Beruf in Einklang gebracht werden muss.

Dass sich jetzt der ehemalige Wehrführer Jochen Schmidt, der am Samstag offiziell aus dem aktiven Dienst verabschiedet wurde, bereit erklärt, einen Teil der theoretischen Ausbildung zu übernehmen, ist ein weiteres positives Signal für die Truppe.

Seit den 1990er Jahren kämpft die Wehr gegen den Schwund an Nachwuchs. Viele potenzielle Nachwuchskräfte haben bis Anfang der 2000er Jahre die Gemeinde verlassen und anderswo ihr Lebensmittelpunkt gefunden. Auch deshalb sind etliche Versuche, eine eigene Jugendwehr zu etablieren, immer wieder gescheitert.

Die Folge: Eine hoher Altersdurchschnitt unter den Kameraden. Und auch in diesem Punkt könnte sich bald einiges tun. Nicht nur, dass der Neue – Matthias Bergter —, der aus Großschwabhausen stammt, den Altersdurchschnitt um einige Jahre drückt, haben bei Jürgen Elstermann vier neue Kandidaten ihr Interesse als Feuerwehranwärter bekundet. Unter ihnen sind auch zwei Frauen, verrät Elstermann.

Die würden dann Teil einer verhältnismäßig gut ausgestatteten Wehr. Schließlich steht im 1998 erbauten Feuerwehrdomizil nicht nur ein 6-Sitzer Kleinlöschfahrzeug (KLF). Auch der vor zwei Jahren angeschaffte Barkas B 1000, der für fünf Mann zugelassen ist, und in dem man letztes Jahr noch die große Schlauchhaspel eingebaut hat, damit Platz für beide Fahrzeuge in der Garage geschaffen wird, gehören neben zwei Tragkraftspritzen zur technischen Ausstattung der Wehr.

Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung / 29.01.2019