Kapellendorfer Wunsch könnte Gasnetz sicherer machen

Kapellendorfer Wunsch könnte Gasnetz sicherer machen

Der Plan, die Gemeinde Kapellendorf an das Ferngasnetz aus westlicher Richtung anschließen zu lassen, ist offenbar vom Tisch.

Stattdessen hat der Gemeinderat jetzt einen Ersuch an die Energieversorgung Apolda GmbH (EVA) gerichtet, wie deren Technischer Geschäftsführer, Michael Müller dieser Zeitung mitteilte.

„Wir haben überlegt, wie wir das sinnvoll umsetzen können, und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass die Erschließung von Kapellendorf aus Richtung des Gewerbegebietes an der B87 möglich wäre“, erklärt Michael Müller . Derzeit ende nämlich das Gasnetz der EVA am Standort von Ospelt Petfood. Die technische Beschaffenheit des Netzarmes lasse es zu, dass über Rödigsdorf eine Leitung bis nach Kapellendorf gelegt werden könnte. Aus diesem Grund habe der lokale Gasversorger Infobriefe angefertigt, die in der Zwischenzeit an die vom möglichen Ausbau betroffenen Bürger ausgehändigt werden würden.

Wenn sich genug Interessenten finden, sich das Ausbauprojekt rechne, dann werde die EVA dem Gesuch nachkommen. Bis Ende Februar werde das Unternehmen auf möglichst viele Rückmeldungen warten, so Michael Müller – und dann werde gerechnet.

Die relativ kurzfristige Anfrage beschert der EVA aber nicht nur planerische Hausaufgaben. Sie biete auch die Möglichkeit, die Versorgungssicherheit für den Verbraucher zu steigern. Wie der Technische Geschäftsführer verrät, könnte nach dem positiven Ausgang der Maßnahme nämlich ein Ringschluss als nächstes Bauprojekt folgen. Die Verlängerung des Netzarmes über Rödigsdorf und Kapellendorf könnte in einer U-Form nämlich zurück in Richtung Apolda geführt werden, wo die neue Gasleitung mit dem Netzstumpf in Oberndorf zusammengeführt werden könne. Sollte irgendwo eine Unterbrechung im Ring bestehen – etwa wegen einer Havarie – dann könnte aus der anderen Richtung das Gas bis zum Kunden geleitet werden.

Doch das ist zunächst ein Gedankenspiel. Zuerst kommt die Verlängerung nach Kapellendorf . Und so sie sich rechne, könnte diese ab 2021 in Angriff genommen werden. Hierzu erklärt Michael Müller , dass die EVA-Finanzen und logistischen Kapazitäten derzeit an anderer Stelle gebunden seien. So werden im Netzbereich Oberndorf in diesem Jahr und Utenbach bis 2020 erschlossen. Auch seien in Niederroßla und auch in Mattstedt weitere Erschließungsarbeiten notwendig. Auch im letztgenannten Bereich soll ein Ringschluss die Gasversorgung für den Kunden im möglichen Störungsfall sicherstellen.

Und warum entschied sich Kapellendorf gegen den Gasanschluss entlang des Rad- und Wirtschaftsweges (TA berichtete)? Die Thüringer Energienetze (TEN) hatten hierfür die Kosten auf etwa 300.000 Euro geschätzt. Zu viel, befand der Gemeinderat und will die Bürger deshalb im 1. Quartal zu einer Info-Veranstaltung einladen.

Quelle: Thüringer Allgemeine Zeitung / 01.02.2019